Was sind Aktien-Kennzahlen?


Wir haben bereits festgestellt, dass der Kurs einer Aktie nicht aussagt, ob die Aktie günstig oder überteuert ist. So kann eine Aktie für ein paar Euro zu teuer und eine andere spottbillig sein, obwohl sie mehrere hundert Euro kostet. Um also den fairen Preis heraus zu finden, bedient man sich anderer Werte: den Kennzahlen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Markt irgendwann den fairen Preis einer Aktie findet. Zwar wird das von manchen Experten negiert, aber die Mehrheit ist sich darüber einig, dass der Markt langfristig fair ist. Es gilt also, eine Aktie zu finden, die unter ihrem fairen Wert notiert und sie zu kaufen in der Hoffnung, dass sie sich ihrem fairen Wert annähert. Umgekehrt sollte man es vermeiden, Aktien zu kaufen, die bereits überbewertet sind, da diese wahrscheinlich irgendwann auf ihren wahren Wert fallen werden.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Die einfachste Möglichkeit, einen Anhaltspunkt dafür zu finden, ob eine Aktie günstig oder teuer ist, ist das KGV, das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es setzt den Kurs der Aktie ins Verhältnis zum Gewinn des Unternehmens.

Um das KGV zu berechnen, teilt man zuerst den Gewinn des Unternehmens duch die Anzahl der Aktien. Man kann dazu den Gewinn des Vorjahres oder den erwarteten Gewinn des laufenden Jahres heranziehen. Dann teilt man den Börsenkurs durch den Gewinn pro Aktie und erhält so das KGV. Das KGV gibt also an, wieviel Euro man für einen Gewinn-Euro bezahlen muss.

KGV = Kurs / (Gewinn/Aktie)

Keine Angst, Sie müssen das KGV nicht mühevoll bei jedem Unternehmen ausrechnen. Viele Online-Portale geben das KGV und andere Kennzahlen zu den meisten Aktien an, so zum Beispiel auch Onvista oder Cortal.

Was sagt das KGV aus?

Das Kurs Gewinn Verhältnis sagt für sich alleine genommen noch nicht viel aus. Erst im Vergleich mit anderen Unternehmen der gleichen Branche kann man erkennen, ob die Aktie günstig oder teuer bewertet ist. Im Allgemeinen gilt, je niedriger das KGV, desto günstiger die Aktie.
Einstellige KGVs (KGV < 10) gelten gemeinhin als sehr günstig. KGVs können nur errechnet werden, wenn das Unternehmen Gewinne macht. So genannte Wachstumsaktien (Aktien mit überdurchschnittlicher Umsatz- und Gewinnwachstumsrate) weisen in der Regel ein höheres KGV auf als Substanzaktien. Trotzdem sollte man bei hohen KGVs skeptisch sein. Zu Zeiten des Jahrtausendwechsels waren manche Aktien mit KGVs von 50 oder höher bewertet. Das wurde aber als gerechtfetigt angesehen. Wo das hingeführt hat, ist allgemein bekannt (falls nicht: zum Crash *g*).

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